Start mit dem Himmel, der Freudentränen zur Ankunft parat hat.

Ja – wir finden die Straße in Phuket Old Town, wo Tanja wartet – jedoch – die City macht uns die Nase lang, denn die Straße ist gesperrt. Der Grund ist ein Umzug zu einem Festival. Wie Karneval in Kölle, nur versperrt es uns jetzt den Fahrweg zum Wiedersehen. Hilft nix. Einbahnstraßen gemeistert, Parkplatz um die Ecke gefunden und dann yeah. Da steht sie. Strahlend schön mit dem so einzigartigen Tanja-Lächeln und einem „oh mein Gooooooott“ – na ja – dass das Göttliche in uns ist, weiß der Verstand, jedoch wenn man Tanja (wieder ) trifft, kann man bzw. ich es in dem Fall live bei ihr spüren. (Anmerkung: Die Veränderung, welche ich schon auf den Fotos der Berichte gesehen hatte, wurde in der Realität noch deutlicher. Tanja ist noch strahlend natürlich schöner. Das Loslassen sowie Annehmen steht ihr super!)

So, nachdem das Wiedersehen am Poshtel gelebt wurde, geht es ab ins Appartement bzw. die Odyssee dorthin beginnt. Die Adresse zeigt an: direkt links an der Hauptstraße – hm, eigentlich sollte es 200 Meter Sackgasse am Wald sein. Durchfragen, mit dem Auto durch einheimischen Markt- und Roller-Verkehr kämpfen und etwas finden, was in etwa wie auf den Bildern aussieht. Ist es nicht. Die angegebene Check-in Dame schickt uns in eine 3 km entfernte andere Siedlung. Und dort erwartet uns – ein „mein Gooooooott Ausruf“-würdiger extrem steiler Berg bis ganz hoch zum letzten Appartmenthaus. Hui, der kleine Yaris hat alles gegeben, uns als lebende Materie und unser Gepäck bei Regen dort hoch zu kutschieren. Es erwartet uns nicht ganz das angegebene „Luxusappartement“, jedoch ein Ort im Grünen, der unsere Heimat für die nächsten 6 Tage und Nächte wird. Und unser Rückzugsort für eine Kurz-Lebensreise im Daumenkinoformat.

Tag 1 Abend:

Den ersten Abend genießen wir bei einem leckeren Dinner in einem modernen Strandrestaurant mit super DJ sowie Saxophonist, der trotz der geringen Gästezahl (zum Schluss nur noch uns) alles gibt und wir wunderbar dinieren und mit mega leckerem Kokos-Eis den Wiedersehensabend versüßen.
Apropos süß, ich glaube ich habe Tanja für die Tage meines Daseins wieder mit ungesünderem Essen angesteckt. Pardon 😉

Tag 2

Ähnlich dem ersten Tag so auch mit dem ersten Frühstück. Erst das Restaurant der Siedlung nicht finden, den Berg zurück hoch und doch den zuvor angebotenen Shuttle nehmen, der uns genau dahin fährt, wo wir gerade schon standen (und vielleicht gar nicht hätten rein sollen – wer weiß), na gut. Das Restaurant ist zwar schön am Pool gelegen, kein traditionelles, jedoch für hungrige Frühstücksmäuler interkontinental geeignet. Einzig die Idee der Küche, frisches Obst mit dem Zwiebelmesser zu schneiden, ist echt doof bzw. sehr schade. Trotzdem schaffen wir ca. die Hälfte des Riesenobsttellers. Den Rest wollen wir zurückgeben. Als die Kellnerin kommt, uns ansieht und fragt „Take away?“ nicken wir eifrig. Sie könne es wegnehmen. Dann kommt sie jedoch mit dem Zwiebelgeschmack-Obst im Take-Away-Doggy-Bag an. Da stutzen wir kurz und na ja, was soll man sagen, Kommunikation ist alles … Sie sollte es bitte „take awayen“ und nicht für uns zum „take away“ richten.

Zumindest unser „ambitioniertes Etwas-Erleben-Wollen“ und „Tanjas Vertrauen in die Führung“ bescheren uns in den nächsten Tagen z. B. den zufälligen Besuch des Tempels „Wat Sri Sunthon“. Sie räumen dort gerade von einem Fest auf. Die vielen Plastikflaschen mit bunten Getränken um die Statuen (vielleicht von einer Hochzeit) faszinieren mich. Tanja faszinieren vielmehr die hübschen lebendigen freundlichen Mönche und kurz danach ein wunderbar kleines Thai-Mädchen, dass ihr ganz entzückt „I love you“ zuruft. Tanja und die Kinder… Anmerkung der Redaktion: auf das Kapitel, welches sie bzw. ihr Leben dazu noch schreibt, bin ich jetzt schon fröhlich gespannt.
Wie es zum Besuch des Tempels kommt? Der Strand an den wir wollen, ist gesperrt. Am ersten Tag kapiere ich noch nicht, dass Google Maps auch ohne mobile Daten oder Netzverbindung über GPRS anzeigt, wo man sich gerade auf der Karte befindet. So lernen wir das Hinterland kennen, fahren an Abfahrten zu Wasserfällen vorbei etc. Nach einer weiteren Odyssee kommen wir an: am Banana Beach. Und haben einen wunderbaren Strand-Nachmittag bis uns einer der kurzen und heftigen Schauer ins Auto bringt.

Was passiert? Na eigentlich sind wir im Modus unseres Alltags unterwegs: Viel Autofahren, gesperrte Wege, Geplantes fällt ins Wasser etc. Die nächsten beiden Tage brauchen wir mal wieder ewig, um den/die als super schön natürlich beschriebenen Strände zu finden.

Tag 3

Endlich die Bucht gefunden, die jedoch wegen Ebbe erstmal ganz anders, so steinig, aussieht. Dafür erwartet uns das megalecker mitgebrachte Streetfood-Essen mit verstecktem Seychellen-ähnlichem Strandabschnitt. Nachdem die Flut kommt, nimmt die Bucht ihre wahre Schönheit an und ich darf von einem großen Stein aus verschiedene Fische beobachten. Und dann dürfen wir noch ein Naturschauspiel mit aufziehendem Gewitter erleben, das seinesgleichen suchte.
Zum Abschluss noch einen Abend am Ballermann Phukets, wo gerade „Carnival“ gefeiert wird. Nach der Verarbeitung des „Ballermann hoch zehn-Schocks“ ein super schöner Abend, an dem wir einem süßen Jungen mit Megavertriebsgeschick drei seiner Blumen-Glücksketten mit einem Bussi auf unsere Wangen abkaufen. Schlager lass grüßen 😊 Und der Kleine ist auch einfach Zucker.

Tag 4

Wir wollen den Süden erkunden und den „Big Buddha“ besuchen. Ja – was wir so wollen 😉 Tagsüber Strand klappt, der von zweien weniger touristische ist dennoch etwas voll. Tanja und ich gönnen uns eine lecker Holzofen-Pizza, die sie auf dem Weg schon „bestellt“ hat und Achim gönnt sich im Strandrestaurant eine „Tom Kha Gai“ und schwitzt aus allen Poren. Nach einer Massage geht es dann weiter Richtung Big Buddha, den wir vom Strand aus schon sehen können. Trotz noch zwei Stunden verbleibender Zeit bis zur Schließung stehen wir in so einem Stau kurz davor, dass wir keine Chance haben. U-Turn und raus an den nächsten Ort. Hier reizt der örtliche Fischmarkt noch Tanjas Nase und so landen wir in einem Restaurant am Meer. Hier gibt es erstmal vom Restaurant eine Runde Mosquitospray als Appetizer.
Den Buddha sehen wir später wegen Wärter samt heftig bellendem Hund zumindest beleuchtet von außen. Das soll wohl auch so sein. Und um die Ecke gibt es einen megaschönen Nachtblick auf Phuket. Mit Schattenspiel „Tanja mit unbewusstem Herzsymbol“.

Weiter unterwegs in Good old German Urlaubsmanier… „Das geht gaaaaar nicht mehr für mich“ spiegelt Tanjas Wahrnehmung zu unserem „unterwegs sein mit Touri-Erlebnis-Drang“ nach den ersten Tagen wider. Da Phuket keine kleine ländliche (Halb-)Insel ist, begleiten uns Rush-Hour, Staus, Verfahren (ohne mobile Daten und Navi).  Und das für Tanja die ganze Zeit aus dem Fonds heraus bei Linksverkehr von zwei eher zügigen Autofahrern. Verständlich dass es hier ein Veto gibt.

Das Daumenkino bzw. das Leben in Kurzform in den ersten Tagen haben mir somit folgende Gedankenansätze mitgegeben:

  • Gesperrte Wege – vielleicht sind Planungen loszulassen?
  • Verfahren – vielleicht wollen alternative oder neue Wege gegangen werden?
  • Anspannung – vielleicht an den entspannten relaxten Thais ein Vorbild nehmen?
  • Vorstellungen, die anders kommen – warum in der Zukunft leben als lieber einfach im Jetzt das wahrnehmen was IST?

Tag 5 und 6

Die ganzen beiden letzten Tage geben wir uns dann dem Relaxen hin. Nachdem ich das „Café del Mar Kamala Beach“ entdecke, ist das Sein gesichert. Wir werden beide Tage mit einem mega Sonnenuntergang, spontanen super Fotos (Dank an den Fotografen Achim!), Sonnenuntergangsschwimmen mit purer Verbindung nach dem Seelenzuhause belohnt.

Nicht nur das Umfeld, auch das Essen verwöhnt uns. Tag 5 mit Mega-Sushi-Erlebnis und allerfeinstem Dark Chocolate Cake mit warmer flüssiger Schoko inside. Die für diesen Abend geplante „Disco“ fällt zwar Wort wörtlich ins Wasser, dafür hat Tanja ein besonderes Abenderlebnis.

Tag 6 startet mit einer Unfall-Nachricht einer Freundin, die unter die Haut geht. Gemeinsame dankbare Momente erleben wir Mädels unter uns. Zum Beispiel mit einer feinfühligen Botschaft von Tanja für Ulli sowie einer fröhlich frivolen Bad-Haare-Session. Achim nutzt die Zeit fürs Gym und Pool, bis wir wieder das „Café del Mar“ aufsuchen. Uns erwartet ein weiteres Sonnenuntergangserlebnis deluxe mit einem Himmel voller „blauer Geigen“ und später ein grüner Nordlichter-Himmel über dem Meer durch das Licht der Fischerboote. Und das alles vom Lounge-Sofa in erster Reihe aus. EINFACH NUR TRAUMHAFT UND FASZINIEREND.

Und wenn es am Schönsten ist… ja – soll man … oh Menno – na ja leider haben wir in dem Fall mit Freitag schon den Rückflug wieder gebucht. Ökologisch gesehen an sich eine Katastrophe, emotional einfach nur traurig.  Abschiede sind zumindest für mich emotional so schwierig, dass ich mich hier eher etwas rausziehe und später für mich verarbeite.

Tanja, es war so wertvoll mit Dir einen kleinen Abschnitt Deiner Reise zu erleben. So sehr ich Dir eine wunderbare weitere Reise zu Dir und mit tollen Erlebnissen und Menschen wünsche, so sehr wünsche ich dich auch jetzt schon wieder hier her zurück.